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siehe vorläufig Leib und Seele

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Innerlichkeit - This Mortal Coil: Lyrik
Innerlichkeit - This Mortal Coil
Mittwoch, 27. September 2006
Chimären (für H.)
da war es
diese Einbildung
vielleicht war sie es auch
wirklich in wenigen Minuten
plötzlich zu Gast
Fremde Freundin
was denn anderes
die Gespinste hier
ein- und ausgehend

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Wo die Seele wohnt (für D.)
Unterm Dach der Bäume
finden diese Augen Grund
ist das Schicksal unabwendbar
keinen Todesschuß dem ängstlichen Hasen
gleichsam ins Ewige gekehrt
fragt ihr Blick nächtens
wie wahr ist diese Welt
die gemeinsam war jetzt
zeigt sich die Seele
sie wohnt in diesen Augen
und in diesem Gesicht
gleich unter der Buche

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Sonne, du Lüge (für B.)
"S o n n e , d u L ü g e "
schrieb Saint-John Perse
der Große aber
Sonne ist Wahrheit
aber abseits der Freude
die kleinen Leben
lügen in den Tag
Züge fahren vergeblich
niemand mehr, der reist
niemand der liebt
der kleinen Leben
tote Erde
so long

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Samstag, 9. September 2006
David Schirmer: Uber seine Träume (1657)
Sind Träume lauter nichts / wie daß sie mich bewegen?
Sind sie denn Freud und Lust / wie dass ich traurig bin?
Sind sie vol Lieblichkeit / wie daß mein toder Sinn
sich muß / O Marnie / zu deinen Füssen legen.
Ich sahe heint zur Nacht dich deiner Liebe pflegen.
Du warst es ja gewiß / O schöne Halb=Göttin.
Ein nacket Nymphen=Bild lief zu den Schwanen hin /
zun Schwanen / die im Thal stets ihre Lieder hegen /
und küsset eines Mund. Ich fühlte Süssigkeit.
Die Liebe stieß alsbald nach meinem krancken Hertzen. Drauf ließ ich meinen Schlaff. Nichts blieb als tausend Schmertzen/
die ich noch klagen muß bey später Abends=Zeit.
Sie sind nun was sie sind / so gläub in vollen Sorgen /
im Traume=Nebel liegt die Wahrheit doch verborgen.

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Mittwoch, 6. September 2006
Horaz: An sich selbst
Sparsam den Göttern dienend und seltener,
So lang' ich unsinnredender Weisheit treu
Nachtappt' in Irrsal. wend' ich jetzo
Wieder die Segel aus Zwang und steure
Rückwärts die Laufbahn. Siehe, Diespiter,
Der Wolkennacht mit zuckender Flamme sonst
Zerspaltet, trieb durch klaren Äther
Donnernde Ross' und den Flügelwagen;
Dem rings die Erdlast, schweifende Ströme rings,
Dem unter Styx und Tänarus grausige
Abgründ' und Atlas fernster Weltsaum
Schütterten. Hohes vertauscht mit Nieder'm
Machtvoll und senket ein strahlender Glanz ein Gott
Das Dunkle hebend. Schwirrenden Fluges stürmt
Fortuna, die hinweg die Kron' hier
Raffet und dort mit Freuden sie hinlegt.

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Samstag, 2. September 2006
Schön
Neon ein Gift allenfalls
sie erleuchteten zeitweise
später erst flüchteten sie
ihr Atem war
erschöpft
der Fluß trug nicht
nur winters wenn man will
die Wende aus der Zeit
gedriftet
Räume gebaut
die Schutz boten
Kerzenlichtfantasien
Parkett der geduldige Boden
der Rasen feucht
glänzend
kühle Luft und Mondlicht
Filter innerer Hitze oder
Besinnungslosigkeit
künstlicher Paradiese
kostete viel das war es
andererseits
das Erfüllte
Tag um Tag
Nacht um Nacht
das Gift hüten andere
jetzt vielmehr
eine schöne Welt
mit ihren Geheimnissen
von Leibern und
Sommerlandschaften
Gott sei Dank

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Mittwoch, 23. August 2006
Louis Zukofsky über Lyrik
Thw Waste Land - für Louis Zukofsky

Der Maßstab für Louis Zukofskys komplexe und unvergleichliche Gedichte wird letzten Endes immer der sein, den er in seinem Vorwort zu A Test of Poetry (1948) formuliert hat: „Der Prüfstein eines Gedichts ist die Bandbreite der Freude, die es einem als Anblick, Klang und gedankliche Einsicht bereitet. Dies ist der Zweck der Lyrik als Kunst.“ Diesen Standpunkt darf man wohl um ein weiteres Zitat aus einem programmatisch zentralen Essay des Dichters im Band Prepositions (1967) ergänzen, aus dem 1946 geschriebenen Text „Poetry, / For My Son When He Can Read“: „So vieles, was in Wörtern anklingt, hat mit dem zu tun, was man mit ihrer Hilfe erkennt – und so vieles, was zugleich anklingt und sichtbar wird, erzeugt ein Wechselspiel zwischen den Wörtern – und erhellt so ganz von selbst die wissenschaftliche Definition von Lyrik, nach der wir suchen. Um lange Bestand zu haben, wäre die Dicht-kunst gezwungen, folgende Funktionen in sich zu vereinen: die Zeit sowie das, was man in ihr erblickt (wie sie von einem Lied eingefangen wird), dazu noch eine Aktion, deren Akteure oder – falls Ihnen das lieber ist – Possenreißer die Wörter sind, die Schrittfolgen bilden wie bei einem Tanz, um in den richtigen Momenten die Stimmbänder hereinzurufen, damit der Tanz in schlichtes Sprechen verwandelt wird.“ Des Dichters „Hauptanliegen“, so Zukofsky in diesem Essay, „ist nicht etwa, sich selbst zu zeigen, sondern jene Ordnung, die ganz von allein zu allen Menschen spricht.“

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