Under Dekonstruktion
siehe vorläufig Leib und Seele
Juni 2026 |
||||||
Mo |
Di |
Mi |
Do |
Fr |
Sa |
So |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
12 |
13 |
14 |
15 |
16 |
17 |
18 |
19 |
20 |
21 |
22 |
23 |
24 |
25 |
26 |
27 |
28 |
29 |
30 |
|||||
| Innerlichkeit - This Mortal Coil |
|
... newer stories
Sonntag, 27. April 2008
rabe489, 22:11h
... link Die Tiefe im Antlitz der Welt
rabe489, 19:58h
Die Tiefe im Antlitz der Welt.
Vorausnotizen zum Gespräch mit Michael Klaus Ich habe in diesem Gespräch nicht nur das Anliegen, Michaels Auffassung von Literatur, vom sprachlichen Kunstwerk her kennenzulernen, sondern möchte über zwei Aspekte unserer Gelsenkirchener Existenz sprechen: A. Was ist die geistig-kulturelle Krisensituation der Gegenwart? B. Welche Strategien bieten sich auf diesem Feld an, diese Krisensituation zu überwinden? Ich benutze dabei einige Notizen, die ich mir vorab gemacht habe. A. Michaels Buch von 2006 „...in die weite Welt hinein“ und in „Gelsenkirchen ein Tagebuch“ einige Stellen aufgefallen. Da heißt es: “Don’t even try to make sense of it all“ (5) oder jemand sagt auf Seite 181: „Wenn jemand versuchen sollte, dir einzureden (...), das alles einen Sinn ergibt, dann lauf zum Telefon und laß den Zwangsjackenschneider kommen...“. oder manchmal geraten Skizzen zu absurden Bildern, wie in „Gelsenkirchener Hauptmarkt“. Des weiteren begegnet einem Camus, als der Autor, „den unsere Generation gelesen hat.“ Frage, ob die Absurdität eine Rolle im Leben gespielt hat oder noch spielt, ob Du von einem sinnlosen Kosmos ausgehst? Meine Jugend bestimmt durch die Begegnung mit Samuel Becketts Werk. Ich habe die menschliche Wüstensituation in „Warten auf Godot“ und in anderen Beckett Werken, z.B. im „Endspiel“ in meinem hiesigen Lebensgefühl in Gelsenkirchen wiedergefunden und umgekehrt. „Endspiel“: Hamm: Die Natur hat uns vergessen. Clov: Es gibt keine Natur mehr. Hamm: Keine Natur mehr! Du übertreibst. Clov: Ringsherum. Und von Gott heißt es: „Der Lump. Er existiert nicht.“ Wüste Die Wüste lebt in Gelsenkirchen. Überall finden wir einen Prozeß des Wachstums zarter kultureller Pflänzchen, manchmal auch schon richtige Oasen. Gleichzeitig aber geht eine Verwüstung vonstatten. Darunter verstehe ich den immer weiter vordringenden Materialismus, die Funktionalisierung, Mechanisierung und Negation menschlichen Lebens, menschlicher Wärme, menschlicher Solidarität. Frage: Ich vermute, Michael kann mit dieser gefühlten Wüstensituation gar nichts anfangen, oder womöglich doch? Mit Nietzsche ist zu sagen: „Die Wüste wächst, weh dem der Wüsten birgt“ Nietzsche – der Denker und Vordenker des Nihilismus Als Nihilismus möchte ich u.a. den Untergang der Werte im 20.Jahrhundert verstanden wissen. Der Mensch z. B. wird zum Menschenmaterial und Kanonenfutter, zum bloßen Körperwesen und geistlosen Fleischhaufen. Ausserdem schildert Papst Benedikt XVI in seiner Antrittsrede April 2005 nihilistische Erscheinungen, wenn er feststellt: „Es gibt vielerlei Wüsten. Es gibt die Wüsten der Armut, die Wüste des Hungers und des Durstes. Es gibt die Wüste der Verlassenheit, der Einsamkeit, der zerstörten Liebe. Es gibt die Wüste des Gottesdunkels, der Entleerung der Seelen, die nicht mehr um die Würde und um den Weg des Menschen wissen. Die äußeren Wüsten wachsen in der Welt, weil die inneren Wüsten so groß geworden sind....“ Darf ich sagen, Michaels Normalmensch, soweit ich davon Kenntnis habe, ist weder gekennzeichnet von dem Gefühl der inneren oder urbanen Wüstenei noch irgendwie katastrophisch. Es gab in meiner künstlerischen Arbeit eine lange Phase, in der ich das innere und äußere „Wasteland“ zum Thema machte und die Sinnlosigkeit des Lebens und Sterbens ins Bild rückte. Um das zu können brauchte ich das Nichts Gelsenkirchener Urbanität, die Leere der Lebenssituation am Ort. B. Schon 1932 schrieb Gottfried Benn den Text „Nach dem Nihilismus“: “Haben wir noch die Kraft, so fragt sich der Verfasser, dem wissenschaftlich determinierenden Weltbild gegenüber ein Ich schöpferischer Freiheit zu behaupten, haben wir noch die Kraft, nicht aus ökonomischen Chiliasmen (Heilserwartungen) und politischen Mythologemen, sondern aus der Macht des alten abendländischen Denkens heraus die materialistisch-mechanische Formwelt zu durchstoßen und aus einer sich selbst setzenden Idealität und in einem sich selbst zügelnden Maß die Bilder tieferer Welten zu entwerfen?“ (3, 713) Anders gefragt: Wie kann der gedemütigte Städter, der Ruhrstädter, in diesem Environment des Nihilismus von toter Industrie und verfallender Moderne noch bestehen? Hier im Ruhrgebiet bietet sich ein Bild an, das mit dem Bergbau zu tun hat: In die Tiefe gehen Zitat aus den GGs: „In die Tiefe gehen, zu den Wurzeln unserer Region vordringen, darf nicht mißverstanden werden als nostalgische Reise in die Bergbauindustrie. Zu den Wurzeln kann heissen: die Potenzen erschliessen, die unter der scheinbar heillosen Oberfläche lagern. Worin könnten diese Ressourcen bestehen? Es gibt drei Momente, die den Ruhrgebietsmenschen definieren: Herz/ Seele - Produktivität/ Arbeit - Schöpferkraft/ Kreativität. Aus diesen Wurzeln schöpft er sein Wachstum, seine Existenz, seine Zukunft. Das ist wohl einzigartig in diesem Land. Was die Seele betrifft, so gibt es die, ich möchte unterscheiden, äußeren Bedingtheiten, die meinetwegen die Psychowissenschaften behandeln, und die inneren. Da verwende ich gern dieses Bild vom „Bergbau der Seele“. Einen „Bergbau der Seele“ betreibt man auch im Kunstschaffen und in der Auseinandersetzung mit Kunstwerken überhaupt. Kunst Ist nicht nur „Stimulanz des Lebens“, wie Nietzsche sagt, sie ist auch der Ort, wo der Mensch die Möglichkeit hat wesentlich zu werden. Klärung, was ein Kunstwerk auszeichnet: („Die Tiefe im Antlitz der Welt“ - Schrift von Wilhelm Weischedel von 1952 -) und meint damit, dass das Kunstwerk, wenn es denn ein solches ist, eine Tiefe besitzen muß. Diese Tiefe, in der der Betrachter eintaucht, läßt ihn in die Welt des Kunstwerks aufgehen und zwar so, das er ein anderer geworden ist, wenn er in den Alltag zurückkehrt. (Befremdung, Sammlung, Abgründigkeit der Werke, Entrückung, Ver-rückung...) Frage, gibt es im sprachlichen Kunstwerk gleichermaßen diese Tiefe, die den Menschen ver-rückt zu sich selbst, ihn auf sich selbst hin sammelt in seine Subjektivität? Wesen der Sprache Heidegger: Über Sprache nachdenken verlangt, auf das Sprechen der Sprache einzugehen. Im Sprechen der Sprache „verschwindet das sprechende Subjekt“ (Foucault). Daher sagt Heidegger: „die Sprache spricht“. Ich denke, in dieser schwierigen Erkenntnis schwingt die Tiefe mit, die das Sprachwerk auszeichnet. Logik <-> Dichtung. Rechnendes Denken gegen andenkendes Denken... Kreativität = Kunst = Kapital (Joseph Beuys) Diskussion des Kunstbegriffs der sozialen Plastik, allerdings selbst ein Maler (Jürgen Kramer 27.April 2008) ... link Montag, 21. April 2008
The Damned: You know
rabe489, 21:36h
The Damned - You Know Lyrics
you got your plastic cards but you can't create you got your open bars but you can't relate grinning at your mirror, ugly as your smile you won't fool anybody not even for a while (chorus) You Know(x4) can't stop thinking of you baby of all the ways you go on don't try to tell me baby all your past it has gone you know we need you honey like i need a law your time is running out i guess we really oughtta go (chorus) ... link Erde!!!
rabe489, 21:12h
... link Feuer!!!
rabe489, 21:05h
... link Wie oft
rabe489, 21:05h
schon durchgespielt
dieser abendliche Untergang, dieser Verzweifelung, diese Einsamkeit!!! Balsam: The Damned auf Strassenlautstärke: Hier ich lebe noch. ... link Sonntag, 20. April 2008
Weischedel 3.
rabe489, 19:54h
Aus einer Werkbeschreibung (Dr. Johannes Hieber):
Die philosophische Aktualität der kritischen Existenzphilosophie Wilhelm Weischedels erweist sich in drei Bereichen: a) Seine Arbeiten zum Verantwortungsbegriff befassen sich mit den Fragen: Mensch und Technik, Ethik im Atomzeitalter, Totalisierung und Technikverantwortung, Aufarbeitung des Nationalsozialismus, Ethik im Zeitalter des Nihilismus, angemessene Haltungen im Leben und Sterben, politisch-ethische Probleme, usw. Weischedels setzt bei der Haltung des Fragens und der Sprachhandlung ‚Frage’ an. Er bewegt sich auf der Grenze zwischen Existenzphilosophie und philosophischen Problemen der Sprachpragmatik. b) Eine starke Linie im Denken Wilhelm Weischedels ist die Auseinandersetzung mit dem Skeptizismus und dem Nihilismus. Das radikale Fragen wird der Haltung des Skeptizismus und Nihilismus entgegengestellt. Die Fragebedingungen berücksichtigende kritische Existenzphilosophie und existentiale Hermeneutik führen am postmodernen Skeptizismus vorbei. Weischedel zeigt einen Weg zur Vermeidung der postmodernen Paradoxien und Beliebigkeiten. c) Die philosophische Theologie Weischedels ist der originelle Versuch einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Gottesbegriff. Die Perspektive reicht von der Ablehnung theologischer Dogmatismen in „Abschied vom Christentum“ (1935), über die differenzierte problemgeschichtliche Erörterung „Der Gott der Philosophen“ bis zu diskursiven Essays wie in der Auseinandersetzung mit Helmut Gollwitzer. ... link Tiefe
rabe489, 17:07h
(meine Weischedel Rezeption) 1. Teil (Siehe: http://rabe489.blogger.de/stories/1090204/ )
T I E F E Wenn Martin Heidegger die Kunst als “das Sich-ins-Werk-Setzen der Wahrheit” bestimmt (Holzwege 28), dann ist damit eine Wahrheit gemeint,” die nicht vom Menschen geschaffen wird, sondern aus sich selbst heraus geschieht” (Weischedel 1952, 8). „...daß der Ausgangspunkt aller Bemühungen um das Wesen der Kunst die Erfahrung sein muß, aber so, daß danach gefragt wird,was in ihr begegnet, ob also darin etwa „das Absolute“ erfahren wird“. (op.cit 10) [metaphysische Erfahrung] Während das Mittelalter die Wirklichkeit quasi mit und aus dem Blickwinkel Gottes versuchte zu begreifen, versucht „das neuzeitliche Denken seit seinem Beginn bis hin zu der Existenzphilosophie Sartre’scher Prägung das Bestreben, die Welt vom Blickpunkt des endlichen Menschen her auszulegen. Als wirklich gilt nur, was diesen in seinem unmittelbaren Wissen um die Dinge und um sich selber so erscheint“ (12). Grundlegung der Metaphysik der Kunst. Kunstwerk fordert ein Innehalten, eigentümliche Aufdringlichkeit erste Erfahrung des Kunstwerkes als Befremdung Versinken in Anschauung „Das Kunstwerk entrückt zu sich hin. Es hat die Macht der Entrückung“ (14). Zug zur Sammlung „Kunstwerk weist einzig zu selber hin“ (16) eigentümliche Tiefe. [Film z.B.] „In der Hingabe an das bloß Fesselnde geht mir das Wesentliche meines Selbst verloren. Dieses zerflattert gleichsam; daher redet die Sprache von Zerstreuung. In der Sammlung zum Kunstwerk hingegen wird gerade mein wesentliches Sein bewahrt oder auch erst gewonnen. Wovon ich loskomme, das ist eben jene Zerstreutheit und die Mannigfaltigkeit der Welt, in der sich mein gewohntes Dasein abspielt, und in der ich nicht eigentlich ich selber bin“ (16 / 17). Weltlosigkeit? 3 Bedeutungen von Welt „Indem der Betrachter dem Kunstwerk begegnet, entgleitet ihm zuvor seine Welt, aber nur, sofern sie die gewohnte und geläufige ist. Die Weltlosigkeit des Kunstwerks ist seine Ferne zu der vertrauten Welt des Menschen“ (17). „Das Kunstwerk wird zur „Welt“ des in die Betrachtung Versunkenen“ (17). „Der Weltlosigkeit des Kunstwerks entspricht sein Weltsein“ (18). Einsamkeit [Hegel „heitere Ruhe und Seligkeit“] Freiheit des Kunstwerkes Freiheit -à Notwendigkeit Macht des Kunstwerks Versunkenheit „Das Kunstwerk muß eine Tiefe besitzen“ (19) [Guardini Werke 3, 1947] „Tiefe rührt an Tiefe. Die wesenhafte Erfahrung des Werkes ist aufs innigste mit der Erfahrung des eigenen Selbst verbunden“ (21). Aber „Nicht auf den Künstler, sondern allein auf das Werk geht der Blick“ (21). (Verstummen) Schweigen. „Die Kunst ist ein Nichts, sofern sie kein Seiendes ist wie die seienden Dinge. (...) Was also ist die Kunst, daß sie kein Etwas ist und doch als mächtiger Zug in die unergründliche Tiefe im Werk erscheint?“ (24) „Abgründigkeit der Werke“ Verhängnis der Dinge Wahrheit Verknüpfung von Wahrheit und Schönheit Seit Platon „daß die Weise, in der die Tiefe im Kunstwerk anwesend ist, das Erscheinen ist“ (26) Wahrheit --- Heidegger „Unverborgenheit“ Das Erscheinen der Tiefe ist die Schönheit ---------------à „eine Weise, wie Wahrheit west“ (Heid. 44) (Lichtung und Verbergung) Cézannes Äpfel ![]() Rodin zit.: „in jedem Wesen und in jedem Ding (entdecke der Künstler) die innere Wahrheit, die in der Form durchleuchtet“ (28). Das Wesen („Urbild“) [Schelling: Kunst als „Darstellung der Urbilder“] Platon-à Bäume Wesen der Bäume vorab im Bewußtsein (Idee). Aber „Für die Kunst als ganze aber läßt sich die These der Urbilder aus der Erfahrung des Kunstwerks heraus nicht rechtfertigen“ (30) Ur-Bild = Ur-sprung Ursprünglichkeit „Verwurzelung in der eigensten Tiefe“ „Das Kunstwerk aber ist um so wesentlicher je eindeutiger es auf den Ursprung verweist. Das ‚Wesen’, das in ihm erscheint, ist die Tiefe des Ursprungs“ (32). Einfachheit des echten Kws. =“eigentümliche Verdichtung des Seins“ (Mörike Gedicht) „Darum auch antwortet der Begegnung mit dem Kunstwerk in seiner Ursprünglichkeit die Erfahrung des eigenen Ursprungs. Indem der Versunkene vom Bild oder vom Gedicht der Unwesentlichkeit seines alltäglichen Daseins entrückt und in die Wesentlichkeit der Existenz eingerückt [ver-rückt] wird, schließt sich ihm in einer vorzüglichen Weise die Tiefe seines eigenen Wesens auf. Er findet zu sich selber und wird doch zugleich sich selbst entfremdet. Was ihm als seine Tiefe aufgeht, ist er selbst und doch wiederum nicht er selbst“ (33). Zirkel des Erkennens /Vorbegriff <- -à Erfahrung) Was gilt als Kunstwerk? „Daß das vor Augen stehende Gebilde ein Werk der Kunst ist, läßt sich nur daraus entnehmen, daß es jene Wirkung auf den Betrachter ausübt, die eben nur den Werken der Kunst eigen ist, und die eingangs als Befremdung, Entrückung und Verrückung ausgelegt wurde“ (39) è Subjektivität? Kraft der Tiefe erfahren Wenn man an Stelle der Erfahrung des Betrachters die des Künstlers zum Ausgangspunkt nähme, wäre der Ursprung des Kunstwerks nicht die Tiefe, sondern der Mensch (42). Künstler erfährt aber die Eigenmächtigkeit des Kunstwerks in dessen Entstehen (das Zwingende). Cézanne sagt, „der Künstler muß schweigend ein vollkommenes Echo werden“. „wesentlicher als der Schaffende ist das Werk“ /43) Jedes Werk „trägt die ‚Handschrift’ des Schaffenden. Damit aber erhält es ein Moment des Ungenügens“ (44)! [Ende des ersten Teils von Wilhelm Weischedel, Die Tiefe im Antlitz der Welt, Entwurf einer Metaphysik der Kunst, Tübingen (Mohr/ Siebeck) 1952 (=Philosophie und Geschichte 73/ 74) S. 1 – 44, es folgt S. 45 – 80] ... link ... older stories
|
Online seit 7384 Tagen
Letzte Aktualisierung: Fr, 26. Okt, 16:45 status
Menu
Suche
Kalender
Letzte Aktualisierungen
Am Ende des Kreises ist...
http://www.gelsenkirchene by rabe489 (Fr, 26. Okt, 16:45) |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||