Under Dekonstruktion
siehe vorläufig Leib und Seele

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Innerlichkeit - This Mortal Coil: Kritik der kritischen Kritik
Innerlichkeit - This Mortal Coil
Dienstag, 26. Februar 2008
Abbild-Realismus im Porträt???
Kann man die Persönlichkeit eines Menschen wirklich durch äußere (fotographische getreue) Abbildung und Ähnlichkeit wiedergeben? Ich glaube eher nicht. Eine gewisse Veränderung des äußeren "Spiegelbildes" muß stattfinden, die besser die "Seele" der Person zum Ausdruck bringt.

Zitat:
Es war in der Zeit nach dem Jahre 400, da bat der gefeierte Rhetor Sulpicius Severus von Bordeau seinen etwa fünfzigjährigen Freund Paulinus von Nola bei Neapel um dessen Porträt, auf eine Holztafel gemalt.

Um die Geschichte abzukürzen:
Zitat:
Paulinius lehnte es ab, sich selber malen zu lassen, stellt aber dem Freunde anheim, dort in Gallien einen Maler mit dem gewünschten Bildes zu beauftragen. Wenn dieser ihn nie gesehen habe, mache das ja nichts. Severus solle dem Maler einfach "diktieren", wie er seinen Paulinus in Erinnerung habe, etwa indem er an anwesenden Modellen zeige, was bei Paulin ungefähr ebenso sei. Paulinius begründete das in einem Brief an Severus, wo er zwischen dem irdischen (real greifbaren) und himmlischen (d.h. seelischen) Menschen in einer Person unterscheidet. Natürlich solle ein Bildnis dem unvergänglichen seelischen Menschen erfassen. "Aber ich Armer und Betrübter! Noch bin ich mit einm qualmig-irdischen Bilde verwachsen und spiegle in meinem fleischlichen Fühlen und irdischen Handeln mehr von dem ersten als von dem zweiten Adam (Jesus). Wie darf ich mich für dich malen lassen, wenn ich durch meine irdische Verderbnis das Bild des himmlischen Menschen offenkundig verleugne? Beiderseits bedrängt mich die Scham:
ich erröte zu malen, was ich bin und wage nicht zu malen, was ich nicht bin.


Nun im Jahre 400 war das Religiöse noch dominant, aber indem wir heute zwischen Seele und Körper unterscheiden, kommen wir in einen vergleichbaren fragwürdigen Zustand. Welchen Menschen sollen wir darstellen?

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Sonntag, 12. August 2007
Ein Vierteljahrhundert Postmoderne!

Gratuliere zum Jubiläum!

mit Ettore Sottsass (Memphis Design): Tahiti Lamp 1981

Und immer wieder Missverständnisse--->
Der Papst und sein Vermächtnis: Gegen post-moderne..

15.10.98 14:31
Der Papst und sein Vermächtnis: Gegen post-moderne Beliebigkeit (...)

Pointiert ist auch die Kritik des alten Mannes an einem Demokratieverständnis, das allein auf Mehrheiten schaut; auch Parlamente können Unmenschliches beschließen. Hart geht der Vatikan mit der post-modernen Beliebigkeit, mit Wissenschaft ohne ethische Werte, mit Philosophie ohne Transzendenz ins Gericht.

Immer wieder der Tenor, ohne Offenbarung geht nichts. Der Feind hat einen Namen: Nihilismus. "Dieser Nihilismus findet eine Bestätigung in der schrecklichen Erfahrung des Bösen, die unser Zeitalter gezeichnet hat." (...)

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Samstag, 11. August 2007
Ein diplomatischer Leserbrief anlässlich einer
skandalösen Ausstellungsbesprechung :
Gelsenkirchen, 10.8.2007


Liebe WAZ,
anläßlich der Ausstellung „Vom Trost der Malerei“ in den Evangelischen Kliniken, Munckelstrasse, war die WAZ-Besprechung unter dem Titel erschienen: „Idyllen mit ironischer Brechung“ (WAZ v. 7.8.). Das ist ein schlimmes Mißverständnis meiner 38 ausgestellten Bilder.
Eine „ironische Brechung“, wie es der Zeitgeist so gern formuliert, findet in meiner Malerei nicht statt. Auch „Idyllen“ greift viel zu kurz .Alles was heutzutage positiv und farbig in der Kunst angelegt ist, seien es Landschaften oder Szenen, die dem Alltag enthoben sind, gleich als „idyllisch“ oder vielleicht sogar als „Heile Welt“ abzutun, zeugt nur von einer lichtlosen, pessimistischen Weltsicht, die zutiefst trostlos ist. Solche Trostlosigkeit hat im Grunde die Epoche der Moderne hinterlassen, die in den geraden Flächen und rechten Winkeln der betonierten Stadtlandschaft ihre Menschenferne versinnbildlicht.
Ausserdem bedaure ich sehr, dass der von den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen herausgegebene Katalog, der beim Publikum des Eröffnungsabends in seiner Aufmachung so begeistert aufgenommene Katalog mit einem Grußwort unseres Oberbürgermeisters keine Würdigung bzw. Kritik in der WAZ erfährt. Die an diesem Katalog mitgearbeiteten Dr. Heiko Ullrich und Pfarrer Klaus Bombosch von den EKG hätten eine Erwähnung verdient, da sie auch die Ausstellungskonzeption mitbestimmten.
Da meine ungewohnt gegenständliche Malerei für den kunstinteressierten Zeitgenossen sicher
kein einfach zu konsumierbares Objekt darstellt, hätte ich es begrüßt, wenn das, was ich zu dieser Kunst sagen kann, deutlicher und richtiger in ihre Besprechung eingeflossen wäre.

Mit freundlichem Gruß

Jürgen Kramer

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Mittwoch, 8. August 2007
Der Fall ...
Der verantwortliche Redakteur für die seit Jahrzehnten stattfindende Manipulation der Gelsenkirchener Kultur - sei es willentlich (unwahrscheinlich) oder aus Dummheit - heißt .... Er ist der typische Repräsentant einer Kultur- und Kunstauffassung des Gestrigen, wo alles als machbar gilt, wo die Idee eines grenzenlosen Fortschritts den Verstand verwirrt und in der der Mensch in das Korsett der geraden Linie und des rechten Winkels zu zwingen versucht wird. Unter solchen Journalisten gelten die Phänomene der Metropolen als seliger Massstab und Vorbild - aber immer erst zwei Jahrzehnte zu spät, so dass die Provinzialität der Kunst in Gelsenkirchen ihr Gesicht bekommt. Es sind diese Leute, die das kulturelle Leben in Gelsenkirchen vergiften. Sie machen aus der Kunst in Gelsenkirchen eine zutiefst langweilige Angelegenheit, da ihre Optik immer nur die bekannten und abgelutschen Ideen zu formulieren vermag. Innovative Gedanken sind nicht ihre Sache. Sie kümmern sich nur um das alte, scheinbar Bewährte und stützen damit eine Weltsicht, die den Menschen am Ort selisch krank macht.

Es ist an der Zeit, höchste Zeit, den solcher Art ewig Gestrigen den Kampf zu erklären und die Dinge beim Namen zu nennen. Es ist die Verantwortung für die Menschen in Gelsenkirchen, die den wachen Kulturschaffenden treiben muß, die Verantwortung den jungen Menschen gegenüber; ihnen mehr zu bieten an Visionen und Perspektiven durch eine andere Kultur und Kunst am Ort, als es die katastrophale Weltsicht der Väter und Großväter je fantasieren konnten.

Es geht nicht darum, den in der Kritik stehenden Menschen - Intellektuelle und "Geistesarbeiter" - den Mund zu verbieten: es muß vielmehr ein kämpferischer Dialog entwickelt werden, der die allseitige Krise der Kultur und Kunst beim Namen nennt und an einem Bewusstsein von der Notwendigkeit arbeitet, die Welt auch mit künstlerischen Mittel menschlicher zu gestalten.

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Dienstag, 7. August 2007
WAZ - Ei
Wer mehr über die Kritik an der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) wissen will, siehe hier

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Samstag, 9. Juni 2007
Ein Klagender
Rainald Goetz - der mit der Rasierklinge einst in Klagenfurt - klagt

Bei seiner Lesung im Literaturwettbewerb "Ingeborg Bachmann-Preis" in Klagenfurt, ritzte sich Rainald Goetz mit einer Rasierklinge die Stirn und während der Lesung seines Textes floß das Blut sein Gesicht herab. Die FAZ witzelte ein Jahr später zu Klagenfurt in der Überschrift einer Besprechung "Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Rasierklinge"...

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Mittwoch, 28. März 2007
Ich, ich, ich
kann man daran einen Streichholz halten?

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Donnerstag, 15. März 2007
Was schreibt "Modern Painters" (New York) im Februar?
Die Titelstory über Joan Jonas und ihrem "Lateral Thinking" ist für die Freunde der Concept Art und Performances. Aber dann der populäre Boom der Malerey: S. Alpers und M. Collings schreiben über - wie es auf der Titelseite heißt - Painting's Weird Popularity. Im Innenteil klingt es in dem Untertitel zum Artikel der beiden schon etwas artifizieller: "THE PAINTER, Svetlana Alpers and Matthew Collings on the fictions of the studio, the shadows of the photographic, and contemporary ghosts of empathy".
Das Resumee ist aufgefallen:"There is a new idea of glamour around the idea of art".
glamour Am. 1. Zauber, Glanz, bezaubernde Schönheit - aber auch 2. falscher Glanz
An Kunstwerken der Malerey fallen drei Arbeiten ins Auge (negativ/positiv):
Der in allen Einzelheiten und Details gemalte pornographische "Dreier" von John Currin: "The Danes, 2006" (Provenienz Gagosian Gallery N. Y.)
Bei Zwirner und Wirth N.Y das Gemälde von Lisa Yuskavage mit dem Motiv von Mutter und Tochter lakonisch betitelt "Painted Things, 2006". Und drittens ein neues Gemälde von David Hockney, eine lichte farbfreudige englische Landschaft bei Lalouver, Venice California (http://www.lalouver.com)

Doppelseite Modern Painters mit Hockney rechts

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Samstag, 17. Februar 2007
Die Unterordnung der Kunst unter die Politik
Z.B. die "Realismusrezeption" und "antiromantische Polemik" durch die Kunstwissenschaft des nicht mehr real existierenden Sozialismus der DDR.

Die Düsseldorfer Malerschule war eine im wesentlichen romantische Bewegung unter der Künstlerschaft des Rheinlandes in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In der sogenannten "DDR" - "sogenannt" weil dieses Staatengebilde alles andere als demokratisch war - polemisierte man gegen den romantischen Geist dieser Schule. Wolfgang Hütt hat in seiner Dissertation und in dem 1984 nocheinmal erweiterten Buch zum Thema detailliert die Künstlergestalten der "Düsseldorfer Malerschule" versammelt.
Allerdings heißt es im Klappentext dieses Buches von 1984 (Leipzig) verfälschend: "Vor allem die antiromantische Tendenz (!sog,"Tendenzmalerei" wird hier assoziiert -rabe489) war es, die im Zusammenhang mit einer neuen, farbenkräftigen Genremalerei dem Namen dieser Schule im In- und Ausland Klang verlieh." Die Genremalerei galt dieser Kunstgeschichtsschreibung als Vorläufer des Realismus, in dem jene letztendlich die Keime zur klassenkämpferische Doktrin vom "sozialen und sozialistischen Realismus" angelegt fand. Sie sollte als Parteilichkeit des Proletariats im Feld der Kunst wirksam werden. Und so schreibt auch Wolfgang Hütt in seinem Buch (S. 50): "Denn letzlich lenkte das romantische Genre vom gesellschaftlichen Kampf ab, förderte die allgemeine Resignation und führte durch das Überbewerten literarischer Stoffe selbst noch die nachfolgende Malergeneration auf Wege, die einen konsequent angewandten Realismus hinderlich waren," Abgesehen davon, dass solche Äußerungen hart an der Grenze zum stalinistischen Kunstverständnis liegen, muß hier in der Kunstgeschichte eine Neubewertung kunstwissenschaftlicher Forschungsfelder, die die DDR dominiert hat - z.B. im weiten Feld der Formen einer antifaschistischen Kunst, wenn es denn eine solche gibt - vollzogen werden. Und um Mißverständnisse vorzubeugen, die Leistung der DDR-Kunstwissenschaftler, wie Wolfgang Hütt, Ulrich Kuhirt oder Erich Frommhold (H.Bosch!), soll garnicht in Abrede gestellt werden, aber "dem Primat der Kunst vor dem Leben" (M. Reich-Ranicki in der heutigen FAZ) sollte den neuen Maßstab bilden. Und das ist romantisch im eigentlichen Sinne.
Nachtrag:
Bei WIKIPEDIA findet man folgende Einschätzung der Person Wolfgang Hütts: "Hütt trug gerade auch wegen seiner Konflikte mit den Dogmatikern in der DDR zu einer objektiven Betrachtung der Kunstgeschichte der DDR bei.

Noch heute setzt er sich für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein"

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Freitag, 16. Februar 2007
Huhn oder Ei?
Bei dem großen Altphilologen Karl Kerényi findet man im Vorwort zu Band 1 seiner Werke in Einzelausgaben mit dem Titel "Humanistische Seelenforschung" (München, Wien 1966) auf Seite 12 die Feststellung: "[...] dass alle Aussagen von der Seele - alle Vorstellungen von ihr - Äußerungen der Seele selbst sind - es sei denn, dass sie schon zu Lehren entwickelt wurden und eine spekulative Bearbeitung erfuhren."

"-dass alle Aussagen von der Seele Äußerungen der Seele selbst sind -"

Ebenso muß man sich vorstellen, dass alle Bestimmungen von Innerlichkeit gültig nie von außen erfolgen können, sondern aus einem Inneren heraus vollzogen werden.

Beides aber gilt vom Verhältnis Mensch und Welt, Geist und Materie insgesamt: Welt, wo sie statthat, ist immer schon geistig-seelische Wahrnehmung von Welt, auch da, wo man sich sozusagen positivistisch dumm stellt.
Nachtrag:
Das Zitat im Zusammenhang:
„...Erwin Rohdes
»Psyche«, mit dem Untertitel: »Seelenkult und Unsterblichkeits-
glaube der Griechen«. Da war das Gebiet so umgrenzt, daß man
ihm gegenüber sich überlegen fühlen und auch völlig ablehnend
verhalten konnte. Die philologische Methode erlaubte, bei den
Vorstellungen und Handlungen zu bleiben, die die Seele und ihre
Erlebnisse zum Gegenstand hatten und verbaute auf diese Weise
den Weg für eine Forschung, die den Namen »Seelenforschung«
erst verdient hätte.
Ein solcher Weg kann nur von der Annahme ausgehen, daß alle
Aussagen von der Seele - alle Vorstellungen von ihr - Äußerun-
gen der Seele selbst sind - es sei denn, daß sie schon zu Lehren
entwickelt wurden und eine spekulative Bearbeitung erfuhren.
Selbst in jenen Lehren spricht sich aber in letzter Analyse die
Seele aus. Sie ist vor allem nicht Gegenstand, sondern ein sich
betätigendes und aussprechendes Subjekt, das es zu beachten gilt.
So kann der methodische Standpunkt der Tiefenpsychologie mit
allen seinen Konsequenzen angegeben werden. Unabhängig von
der Psychoanalyse, eher durch den Dichter D. H. Lawrence an-
geregt, hatte ich diesen Standpunkt eingenommen und die Seele
als Subjekt aufgefaßt...“

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Letzte Aktualisierung: Fr, 26. Okt, 14:45
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by rabe489 (Fr, 26. Okt, 14:45)
Zukunft
Zukunft
by rabe489 (Mi, 17. Okt, 20:25)
1.Mai 2012_3
...
by rabe489 (Di, 1. Mai, 16:38)
1.Mai2012_2
..
by rabe489 (Di, 1. Mai, 16:37)
Glut
http://rabe500.lima-city.de/
by rabe489 (Mo, 23. Apr, 23:33)

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